Ursachen/Hilfe

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Was sind die häufigsten Ursachen für eine Hörminderung?

Die meisten Hörprobleme entstehen durch Schäden am In­nenohr. Zu den weiteren Gehörkillern zählen Lärm, bestimmte Medika­mente und Kopfverletzungen. In der Regel lassen sich Hör­schäden, die im Innenohr entstanden sind, nicht durch eine medizinische Behandlung rückgängig machen. In den meis­ten Fällen können Hörprobleme dieser Art jedoch durch ein Hörgerät oder ein Cochlea-Implantat korrigiert werden. Eine Hörminderung kann aber auch die Folge einer Störung im äußeren Ohr oder im Mittelohr sein. Zu den typischen Proble­men gehören Ohrenschmalzpfropfen, Entzündungen oder ein Loch im Trommelfell. Viele dieser Ursachen können medika­mentös oder operativ behoben werden.

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Schallleitungsschwerhörigkeit: Störung der Schallübertragung

Ursachen:
  1. Bakterielle Außenohrentzündung
  2. Ohrenschmalzpfropfen
  3. Verstopfung des Gehörgangs durch Fremdkörper
  4. Mittelohrentzündung
  5. Loch im Trommelfell (durch Entzündung oder lauten Knall)
  6. Verkalkung der Ohrknöchelchen

Mögliche Therapien (je nach Ursache und Schweregrad): Operation, Ohrtropfen, Spülungen, Paukendrainage, Medikamente

Schallempfindungsschwerhörigkeit: Störung der Schallwahrnehmung

Ursachen:
  1. Altersschwerhörigkeit
  2. Knalltrauma (Schädigung durch kurzen, sehr lauten Knall)
  3. Vergiftung der Nervenzellen/Medikamente
  4. Hörsturz
  5. Schädelbruch

Mögliche Therapien (je nach Schweregrad): Hörgerät, Cochlea-Implantat (für an Taubheit grenzenden Hörverlust)

Wer kann mir helfen?

Schon beim ersten Anzeichen einer Hörschwäche sollten Sie ei­nen Hörtest vornehmen lassen. Dabei bestimmt ein Hörgeräte-Akustiker oder Ihr Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) die Art und den Grad des Hörverlusts für jedes Ohr einzeln und erstellt ein Audiogramm. Zunächst wird das Hörvermögen für Töne, danach das Sprachverständnis überprüft. Gerade bei älteren Menschen können sich die Ergebnisse für beide Tests deutlich unterscheiden. In den meisten Fällen ist eine Schallempfin­dungsstörung für die Hörschä­digung verantwortlich.

Die genaue Ursache sollten Sie von einem HNO-Arzt abklären lassen, der Ihre Krankengeschichte aufnehmen und weitere Untersuchungen durchführen wird. Benötigen Sie ein Hörgerät, erhalten Sie eine Verordnung, mit der Sie dann wieder zum Hörgeräte-Akustiker gehen.

Die Anpassung eines Hörsystems erfolgt in mehreren Phasen:

1. Phase: Beratung

Anhand der Ergebnisse aus den bereits erwähnten Untersuchungen zeigt Ihnen der Hörgeräte-Akustiker auf, welche technologischen Möglichkeiten in Ihrem Fall helfen können. Dabei werden der Grad des Hörverlusts, die Form der Gehörgänge, Ihre persönlichen Bedürfnisse und Ihr Budget berücksichtigt. Der Hörgeräte-Akustiker macht je nach Bedarf von jedem Ohr einen Abdruck, damit Ihr Hörgerät später optimal und komfortabel sitzt.

2. Phase: Anpassung und Abstimmung des Hörgeräts

Das Hörgerät wird nun angepasst und auf Ihren Hörver­lust sowie Ihre Gewohnheiten abgestimmt. Gleichzeitig werden Sie in die Bedienung eingewiesen und mit der Wartung vertraut gemacht.

3. Phase: Gewöhnung und Benutzung des Hörsystems

In den nächsten Wochen müssen Sie sich an Ihr neues Hörsystem gewöhnen und lernen, bestimmte Geräusche, die Sie womöglich jahrelang nicht mehr gehört haben, richtig einzuordnen. Genauere Informationen dazu finden Sie unter Frage 9. Notieren Sie Ihre Erfahrungen und besprechen Sie diese mit Ihrem Hörgeräte-Akustiker, der daraufhin die Feinabstimmung vornimmt.

Grade von Hörverlusten

Nicht
wahrnehmbar
Grad der
Schwerhörigkeit
Nicht hörbare Geräusche
bis 35 dB leichtgradig Ticken einer Uhr
40–65 dB mittelgradig leises Radio, Unterhaltung
70–85 dB hochgradig PKW (5 m entfernt), Staubsauger
90 dB an Taubheit grenzend LKW (5 m entfernt), Kreissäge