Wie wir hören
Eine Reise durch das Ohr
Hören ist ein sehr komplizierter Vorgang, der in vielen Schritten
abläuft. Wie ein Trichter fängt die Ohrmuschel den Schall
auf und leitet ihn ins Innere des Ohrs weiter. Durch den Druck
der Schallwellen beginnt das empfindliche Trommelfell zu vibrieren.
Über Hammer, Amboss und Steigbügel – die kleinsten
Knochen im menschlichen Körper – wird der Schall um das
20fache verstärkt und gelangt ins Innenohr. Hier befinden sich
die Sinneszellen des Hör- und des Gleichgewichtsorgans.
In der mit Flüssigkeit gefüllten Schnecke (med.: Cochlea),
deren Form es uns ermöglicht, unterschiedliche Tonhöhen zu
hören, wandeln winzige Härchen die Schallwellen in elektrische
Impulse um. Diese werden dann an das Gehirn geschickt, das
sie als Sprache, Musik oder Krach identifiziert.
Im häutigen Labyrinth des Innenohrs liegt darüber hinaus das
Gleichgewichtsorgan, das dafür zuständig ist, dass wir auch mit
geschlossenen Augen wissen, in welche Richtung wir uns bewegen
oder in welcher Lage sich unser Körper gerade befindet.
|Hausmusik|
Da Altersschwerhörigkeit vor allem die
hohen Frequenzen betrifft, ist neben
der Sprachwahrnehmung auch das
musikalische Gehör beeinträchtigt.
Krankheitsbild Altersschwerhörigkeit
Je älter wir werden, desto schlechter hören wir. Das bekommen
die heutigen „Alten“ in besonderem Maße zu spüren: Da sie in
der Nachkriegszeit groß geworden sind, haben ungesunde Ernährungsgewohnheiten,
schlechte Arbeitsbedingungen und die
damit verbundene Lärmbelästigung ihr Gehör vielfach stärker
belastet als das der nachfolgenden Generationen.
Durch die deutlich höhere Lebenserwartung
in den westlichen
Ländern steigt auch der Anteil
derjenigen, bei denen die Ursache
für die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit
im Gehirn liegt („zentrale Schwerhörigkeit“).
Diese ist durch eine langsamere Verarbeitung akustischer
Informationen gekennzeichnet und durch reduzierte Plastizität
im Gehirn. Wer unter Altersschwerhörigkeit leidet, hört einzelne
Töne noch recht gut, versteht aber Sprache und Musik (manchmal
auch trotz eingeschalteten Hörgeräts) schlecht oder kaum.
Altersschwerhörigkeit umfasst einen sogenannten „peripheren
Hörverlust“ (= Innenohrhörverlust durch Verlust von Sinneszellen)
und den bereits erwähnten „zentralen Hörverlust“, dessen
Ursache noch nicht hinreichend aufgeklärt ist. Durch Risikofaktoren
wie Lärm oder Nikotin sind Männer häufiger von Altersschwerhörigkeit
betroffen als Frauen.
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