Mittwoch, 08.02.2012   

Wie wir hören

Eine Reise durch das Ohr

Hören ist ein sehr komplizierter Vorgang, der in vielen Schritten abläuft. Wie ein Trichter fängt die Ohrmuschel den Schall auf und leitet ihn ins Innere des Ohrs weiter. Durch den Druck der Schallwellen beginnt das empfindliche Trommelfell zu vibrieren. Über Hammer, Amboss und Steigbügel – die kleinsten Knochen im menschlichen Körper – wird der Schall um das 20fache verstärkt und gelangt ins Innenohr. Hier befinden sich die Sinneszellen des Hör- und des Gleichgewichtsorgans.

In der mit Flüssigkeit gefüllten Schnecke (med.: Cochlea), deren Form es uns ermöglicht, unterschiedliche Tonhöhen zu hören, wandeln winzige Härchen die Schallwellen in elektrische Impulse um. Diese werden dann an das Gehirn geschickt, das sie als Sprache, Musik oder Krach identifiziert.

Im häutigen Labyrinth des Innenohrs liegt darüber hinaus das Gleichgewichtsorgan, das dafür zuständig ist, dass wir auch mit geschlossenen Augen wissen, in welche Richtung wir uns bewegen oder in welcher Lage sich unser Körper gerade befindet.

|Hausmusik|
Da Altersschwerhörigkeit vor allem die hohen Frequenzen betrifft, ist neben der Sprachwahrnehmung auch das musikalische Gehör beeinträchtigt.

Krankheitsbild Altersschwerhörigkeit

Je älter wir werden, desto schlechter hören wir. Das bekommen die heutigen „Alten“ in besonderem Maße zu spüren: Da sie in der Nachkriegszeit groß geworden sind, haben ungesunde Ernährungsgewohnheiten, schlechte Arbeitsbedingungen und die damit verbundene Lärmbelästigung ihr Gehör vielfach stärker belastet als das der nachfolgenden Generationen.

Durch die deutlich höhere Lebenserwartung in den westlichen Ländern steigt auch der Anteil derjenigen, bei denen die Ursache für die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit im Gehirn liegt („zentrale Schwerhörigkeit“). Diese ist durch eine langsamere Verarbeitung akustischer Informationen gekennzeichnet und durch reduzierte Plastizität im Gehirn. Wer unter Altersschwerhörigkeit leidet, hört einzelne Töne noch recht gut, versteht aber Sprache und Musik (manchmal auch trotz eingeschalteten Hörgeräts) schlecht oder kaum.

Altersschwerhörigkeit umfasst einen sogenannten „peripheren Hörverlust“ (= Innenohrhörverlust durch Verlust von Sinneszellen) und den bereits erwähnten „zentralen Hörverlust“, dessen Ursache noch nicht hinreichend aufgeklärt ist. Durch Risikofaktoren wie Lärm oder Nikotin sind Männer häufiger von Altersschwerhörigkeit betroffen als Frauen.

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