So verschaffen Sie sich Gehör
Diagnose
Selbsthilfe
Ab sofort kann jeder seine Hörfähigkeit per
Telefon im Rahmen eines Screeningtests ermitteln. Dazu müssen
Sie als Anrufer 27 gesprochene Zahlenkombinationen aus
einer Geräuschkulisse heraushören und über die Telefontastatur
eingeben. Der Schwierigkeitsgrad ändert sich im Laufe des
fünfminütigen Tests. Die gestellte Situation ist sehr realistisch
und bei einer Hörstörung relativ schwierig zu bewältigen.
Haben Sie Probleme, die Ziffern zu verstehen, sollten Sie sich
auf jeden Fall mit einem Fachmann in Verbindung setzen. Die
Schirmherrschaft für den Telefon-Hörtest hat in Deutschland
Bundesforschungsministerin Annette Schavan übernommen. Der
Hörtest ist unter der Nummer 09001/217221 zu erreichen. Die
Kosten für den Anruf betragen pauschal 0,99 Euro.
Ärztliche Hilfe
Wer sein Hörvermögen zudem professionell
und präzise untersuchen lassen will, sollte sich von seinem
Hals-Nasen-Ohrenarzt untersuchen und beraten lassen.
Der HNO-Arzt ist im Rahmen der von ihm durchgeführten
Sinnesuntersuchungen (Hören, Gleichgewicht, Riechen und
Schmecken) ein wichtiger Ansprechpartner für ältere Menschen
(vgl. „Praxis der Sinne“, www.hno-aerzte-im-netz.de).
Um Ihnen einen genauen Einblick in Ihr Hörvermögen zu geben,
überprüft er sowohl Ihr Ton- als auch das Sprachgehör
(auch mit Umgebungslärm). Bei Verdacht auf eine (seltene)
zentrale Form der Hörstörung wird er Sie an eine spezialisierte
Einrichtung verweisen. Einer gründlichen Untersuchung
folgt eine ebenso umfassende Beratung, deren Ziel es ist, Ihre
Wünsche und Vorstellungen mit den möglichen Therapieoptionen
zu verknüpfen. Dazu zählen die Vermittlung einer
audiotherapeutischen spezialisierten Beratung und die Verordnung
technischer Hörhilfen.
|Beethovens Hörrohre|
Die ersten Hörhilfen gab es bereits im 17. Jahrhundert.
Auch Ludwig van Beet hoven, der infolge einer unerkannten
Mittelohrentzündung taub wurde, war auf solche Hörrohre
angewiesen. Allerdings funktionierten die „Oldtimer“ unter
den Hörgeräten nach dem einfachen Prinzip „Hauptsache
laut!“. Moderne Hörsysteme und Implantate hingegen
verstärken leise Töne, unterdrücken Lärm und eröffnen den
Betroffenen völlig neue Klangwelten.
Hörhilfen
Zu den technischen Hörhilfen zählen klassische Hörgeräte
und Hörimplantate. Am häufigsten werden Hörgeräte verordnet,
weil sie Patienten mit einfachen Hörverlusten in
der Regel gut helfen. Doch für all jene, die unter einer sehr
ausgeprägten oder sogar an Taubheit grenzenden Beeinträchtigung
ihres Hörvermögens leiden oder zusätzlich eine
zentrale Schwerhörigkeit aufweisen, ist heute der Einsatz von
Hörimplantaten der beste Weg aus der Sprach- bzw. Kommunikationslosigkeit
(z. B. www.medel.de).
Hörgeräte
Hörgeräte gibt es als Hinter-dem-Ohr-Gerät
(HdO) und als In-dem-Ohr-Gerät (IdO). Unter technischen
Gesichtspunkten haben sich Hörgeräte in den letzten Jahren
verbessert. Die Geräte sind kleiner und optisch ansprechender
geworden. Das Prinzip beruht im Wesentlichen auf einer Verstärkung des Schalls, wobei moderne Hörsysteme leise
Töne verstärken und gleichzeitig Lärm unterdrücken. Die
individuelle Anpassung nimmt ein Hörgeräte-Akustiker vor, d.
h., Klang und Lautstärke des Gerätes werden anhand der in
einem Hörtest gesammelten Daten eingestellt.
|Vibrant Soundbridge|
Der externe Teil der Vibrant
Soundbridge, der Audioprozessor,
überträgt elektrische
Signale zum Implantat. Dort
werden sie in mechanische
Schwingungen umgewandelt.
Hörimplantate
Hörimplantate stellen eine bewährte
Lösung für Menschen mit komplexen bzw. sehr starken Hörverlusten
dar. Auf diese Weise ist es erstmals gelungen, ein
geschädigtes Sinnesorgan zu ersetzen.
Hörimplantate bestehen aus einem unter der Haut positionierten,
nicht sichtbaren Implantat und dem sogenannten
Audioprozessor. Das ist ein kleines Gerät, das am Kopf hinter
dem Ohr getragen wird. Der Audioprozessor wird mittels
Magnetkraft über dem Implantat gehalten und kann gut vom
Haar verdeckt werden. Der Gehörgang bleibt im Gegensatz zu
akustischen Hörgeräten vollständig offen. Dadurch können
Rückkopplungen oder störendes Pfeifen weitgehend vermieden
werden. Besonders häufig kommen Mittelohrimplantate
zum Einsatz, die den Schall nicht einfach nur verstärken,
sondern aufnehmen und in mechanische Schwingungen
umwandeln. Dies hat den Vorteil, dass der Schall direkt
übertragen wird, was die natürliche Klangqualität von Sprache und Tönen gewährleistet. Das seit 15 Jahren erfolgreichste
Mittelohrimplantat auf dem Markt ist die Vibrant Soundbridge.
Für Menschen, die aus verschiedenen Gründen keine Hörgeräte
tragen können oder mit diesen unzufrieden sind, ist ein Mittelohrimplantat
eine gute Möglichkeit, ihren Hörverlust zu kompensieren.
|Modernste Technologie|
Die Vibrant Soundbridge wird
mittels Magnetkraft am Kopf
getragen und bietet höchsten
Tragekomfort.
Bestes Beispiel ist
Ilse Jurtin, die bereits mit 40
Jahren ihr erstes Hörgerät
angepasst bekam. Auch wenn sie damit besser hören konnte als
vorher, reichte das Hörerleben nicht an frühere Zeiten heran.
„Ich konnte noch immer nicht alles verstehen, was gesprochen
wurde, und fühlte mich ausgeschlossen.“ Von einem Bekannten
erfuhr sie, dass es eine Alternative zum herkömmlichen Hörgerät
gibt. Nach einer gründlichen audiologischen Beratung erhielt sie
kurz darauf eine Vibrant Soundbridge und ist begeistert. „Jetzt
stehe ich wieder voll im Leben. Ich möchte allen Menschen mit
Hörverlust Mut machen – ich höre nun Dinge, die ich seit Jahren
nicht mehr gehört habe!“
Bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit werden Cochlea
Implantate eingesetzt. Sie sind bei einem so hochgradigen Hörverlust
die einzig effektive Hörhilfe. Cochlea Implantate umgehen
den nicht funktionierenden Teil der Cochlea und liefern
Schallsignale direkt an den Hörnerv.
Liste mit Kliniken, die Hörimplantate anbieten
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