Mittwoch, 08.02.2012   

So verschaffen Sie sich Gehör

Diagnose

  Selbsthilfe

Ab sofort kann jeder seine Hörfähigkeit per Telefon im Rahmen eines Screeningtests ermitteln. Dazu müssen Sie als Anrufer 27 gesprochene Zahlenkombinationen aus einer Geräuschkulisse heraushören und über die Telefontastatur eingeben. Der Schwierigkeitsgrad ändert sich im Laufe des fünfminütigen Tests. Die gestellte Situation ist sehr realistisch und bei einer Hörstörung relativ schwierig zu bewältigen. Haben Sie Probleme, die Ziffern zu verstehen, sollten Sie sich auf jeden Fall mit einem Fachmann in Verbindung setzen. Die Schirmherrschaft für den Telefon-Hörtest hat in Deutschland Bundesforschungsministerin Annette Schavan übernommen. Der Hörtest ist unter der Nummer 09001/217221 zu erreichen. Die Kosten für den Anruf betragen pauschal 0,99 Euro.

  Ärztliche Hilfe

Wer sein Hörvermögen zudem professionell und präzise untersuchen lassen will, sollte sich von seinem Hals-Nasen-Ohrenarzt untersuchen und beraten lassen. Der HNO-Arzt ist im Rahmen der von ihm durchgeführten Sinnesuntersuchungen (Hören, Gleichgewicht, Riechen und Schmecken) ein wichtiger Ansprechpartner für ältere Menschen (vgl. „Praxis der Sinne“, www.hno-aerzte-im-netz.de). Um Ihnen einen genauen Einblick in Ihr Hörvermögen zu geben, überprüft er sowohl Ihr Ton- als auch das Sprachgehör (auch mit Umgebungslärm). Bei Verdacht auf eine (seltene) zentrale Form der Hörstörung wird er Sie an eine spezialisierte Einrichtung verweisen. Einer gründlichen Untersuchung folgt eine ebenso umfassende Beratung, deren Ziel es ist, Ihre Wünsche und Vorstellungen mit den möglichen Therapieoptionen zu verknüpfen. Dazu zählen die Vermittlung einer audiotherapeutischen spezialisierten Beratung und die Verordnung technischer Hörhilfen.

|Beethovens Hörrohre|
Die ersten Hörhilfen gab es bereits im 17. Jahrhundert. Auch Ludwig van Beet hoven, der infolge einer unerkannten Mittelohrentzündung taub wurde, war auf solche Hörrohre angewiesen. Allerdings funktionierten die „Oldtimer“ unter den Hörgeräten nach dem einfachen Prinzip „Hauptsache laut!“. Moderne Hörsysteme und Implantate hingegen verstärken leise Töne, unterdrücken Lärm und eröffnen den Betroffenen völlig neue Klangwelten.

Hörhilfen

Zu den technischen Hörhilfen zählen klassische Hörgeräte und Hörimplantate. Am häufigsten werden Hörgeräte verordnet, weil sie Patienten mit einfachen Hörverlusten in der Regel gut helfen. Doch für all jene, die unter einer sehr ausgeprägten oder sogar an Taubheit grenzenden Beeinträchtigung ihres Hörvermögens leiden oder zusätzlich eine zentrale Schwerhörigkeit aufweisen, ist heute der Einsatz von Hörimplantaten der beste Weg aus der Sprach- bzw. Kommunikationslosigkeit (z. B. www.medel.de).

  Hörgeräte

Hörgeräte gibt es als Hinter-dem-Ohr-Gerät (HdO) und als In-dem-Ohr-Gerät (IdO). Unter technischen Gesichtspunkten haben sich Hörgeräte in den letzten Jahren verbessert. Die Geräte sind kleiner und optisch ansprechender geworden. Das Prinzip beruht im Wesentlichen auf einer Verstärkung des Schalls, wobei moderne Hörsysteme leise Töne verstärken und gleichzeitig Lärm unterdrücken. Die individuelle Anpassung nimmt ein Hörgeräte-Akustiker vor, d. h., Klang und Lautstärke des Gerätes werden anhand der in einem Hörtest gesammelten Daten eingestellt.

|Vibrant Soundbridge|
Der externe Teil der Vibrant Soundbridge, der Audioprozessor, überträgt elektrische Signale zum Implantat. Dort werden sie in mechanische Schwingungen umgewandelt.

  Hörimplantate

Hörimplantate stellen eine bewährte Lösung für Menschen mit komplexen bzw. sehr starken Hörverlusten dar. Auf diese Weise ist es erstmals gelungen, ein geschädigtes Sinnesorgan zu ersetzen.

Hörimplantate bestehen aus einem unter der Haut positionierten, nicht sichtbaren Implantat und dem sogenannten Audioprozessor. Das ist ein kleines Gerät, das am Kopf hinter dem Ohr getragen wird. Der Audioprozessor wird mittels Magnetkraft über dem Implantat gehalten und kann gut vom Haar verdeckt werden. Der Gehörgang bleibt im Gegensatz zu akustischen Hörgeräten vollständig offen. Dadurch können Rückkopplungen oder störendes Pfeifen weitgehend vermieden werden. Besonders häufig kommen Mittelohrimplantate zum Einsatz, die den Schall nicht einfach nur verstärken, sondern aufnehmen und in mechanische Schwingungen umwandeln. Dies hat den Vorteil, dass der Schall direkt übertragen wird, was die natürliche Klangqualität von Sprache und Tönen gewährleistet. Das seit 15 Jahren erfolgreichste Mittelohrimplantat auf dem Markt ist die Vibrant Soundbridge. Für Menschen, die aus verschiedenen Gründen keine Hörgeräte tragen können oder mit diesen unzufrieden sind, ist ein Mittelohrimplantat eine gute Möglichkeit, ihren Hörverlust zu kompensieren.

|Modernste Technologie|
Die Vibrant Soundbridge wird mittels Magnetkraft am Kopf getragen und bietet höchsten Tragekomfort.

Bestes Beispiel ist Ilse Jurtin, die bereits mit 40 Jahren ihr erstes Hörgerät angepasst bekam. Auch wenn sie damit besser hören konnte als vorher, reichte das Hörerleben nicht an frühere Zeiten heran. „Ich konnte noch immer nicht alles verstehen, was gesprochen wurde, und fühlte mich ausgeschlossen.“ Von einem Bekannten erfuhr sie, dass es eine Alternative zum herkömmlichen Hörgerät gibt. Nach einer gründlichen audiologischen Beratung erhielt sie kurz darauf eine Vibrant Soundbridge und ist begeistert. „Jetzt stehe ich wieder voll im Leben. Ich möchte allen Menschen mit Hörverlust Mut machen – ich höre nun Dinge, die ich seit Jahren nicht mehr gehört habe!“

Bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit werden Cochlea Implantate eingesetzt. Sie sind bei einem so hochgradigen Hörverlust die einzig effektive Hörhilfe. Cochlea Implantate umgehen den nicht funktionierenden Teil der Cochlea und liefern Schallsignale direkt an den Hörnerv.

Liste mit Kliniken, die Hörimplantate anbieten

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